Worum geht es? Ein Wort über den Presserat
Eine wissenschaftliche Umfrage der Hochschule Winterthur bei über 1000 Medienleuten
aller Stufen und Regionen hat 2007 ergeben, dass nahezu alle den Schweizer
Presserat kennen und für wichtig halten (www.presserat.ch/24550.htm). Doch in der
täglichen Redaktionsarbeit nutzen ihn nur wenige. Dieses praktische Defizit geht der
Presserat mit diesem Ratgeber an: Er listet die wichtigsten Journalistenfragen auf und
beantwortet sie nutzerfreundlich – mit Beispielen aus seiner Entscheidpraxis.
Der Ratgeber entwächst der Arbeit des Presserats, es geht mithin um Medienethik.
Einige Male verweisen wir knapp auch auf Gesetzartikel – also auf Medienrecht –,
namentlich dort, wo Gerichte unsere Fragen anders beantworten als der Presserat.
Der Schweizer Presserat besteht seit 1977. Sein Auftrag: Beschwerden entgegennehmen
und beurteilen, ob der Journalistenkodex verletzt ist. Seine Richtschnur ist eben
dieser Kodex, die «Erklärung der Pflichten und Rechte der [Schweizer] Journalistinnen
und Journalisten». Die zugehörigen «Richtlinien» kommentieren den Kodex. Zu den Beschwerden formuliert der Presserat eine «Stellungnahme», worin er befindet, ob der Kodex verletzt ist oder nicht.
Medienkader sind aufgefordert, die Entscheide des Presserats noch systematischer
und häufiger als bisher in ihre Redaktionskonferenzen einzubeziehen.
